Drehmoment wird
begrenzt
Eine speziell programmierte Motorelektronik stimmt die Komponenten
aufeinander ab und garantiert auch die Einhaltung der strengen
Euro-IV-Abgasnorm, so Brabus. Gleichzeitig wird die serienmäßige
Abriegelung auf Tempo 250 km/h aufgehoben. Das maximale Drehmoment
von 1.320 Newtonmeter wird im Auto durch die Motorelektronik auf
1.100 Newtonmeter begrenzt. Die enorme Kraft des Biturbo-Motors
wird über ein verstärktes Fünfgang-Automatikgetriebe auf die
Hinterräder übertragen.
Spezielle 21-Zoll-Räder
Die Höchstgeschwindigkeit von 330,6 km/h stellt enorme
Anforderungen an die Bereifung. Deshalb entwickelten die
Fahrwerksingenieure speziell für den Maybach geschmiedete
Leichtmetallfelgen in 21 Zoll Durchmesser. Die polierten,
mehrteiligen Räder mit sechs Doppelspeichen füllen die Radhäuser
mit 275er-Reifen vorne und 315er-Bereifung hinten gut aus. Um die
aktive Sicherheit zu erhöhen, wurde ein Luftfederungsmodul
installiert, das den Maybach um etwa 15 Millimeter tiefer legt, den
Fahrkomfort dabei aber nicht beeinträchtigen soll
Mit 330,6 km/h
hat der Auto-Tuner Brabus jetzt auf der
Hochgeschwindigkeits-Teststrecke im italienischen Nardo einen neuen
Weltrekord aufgestellt. Der auf 730 PS gesteigerte Maybach 57 darf
sich jetzt als schnellste und exklusivste Ultra-Luxuslimousine der
Welt bezeichnen. Damit verbesserten die Ingenieure und Testfahrer
des Veredlers aus Bottrop ihre eigene Vorgabe aus dem Jahr 2005.
Ebenfalls in Nardo wurde damals ein Maybach 57 mit einem
SV12-Biturbo-Triebwerk und 640 PS mit einer Geschwindigkeit von 314
km/h gemessen.
730 PS unter der Haube
Die
SV12-S-Biturbo-Evolutionsstufe des 6,3-Liter-Hubraummotors wurde
ursprünglich für den Brabus Rocket entwickelt. Der Viertürer, der
auf Basis des Mercedes CLS entstand, stellte im Oktober 2006 mit
einer Höchstgeschwindigkeit von 365,7 km/h den weiterhin
ungeschlagenen Weltrekord als schnellste straßenzugelassene
Limousine der
Welt auf. Für den Leistungssprung von den serienmäßigen 550 PS des
aufgeladenen Maybach-Zwölfzylindermotors auf 730 PS wurde das
bewährte Mittel der Hubraumerhöhung angewandt.
Hubraumerhöhung auf 6,3 Liter
Dafür entwickelten die Ingenieure eine Spezialkurbelwelle mit
längerem Hub sowie exakt ausgewuchtete Pleuel und Kolben mit
größerem Durchmesser. Simultan wurden die Zylinderbohrungen
vergrößert. Damit wuchs der Hubraum von serienmäßigen 5,5 auf 6,3
Liter an. Zusätzlich wurde das Innenleben des Triebwerks mit fein
bearbeiteten Zylinderköpfen und Spezialnockenwellen modifiziert.
Die Motorperipherie wurde mit einer Hochleistungsturboanlage samt
speziellen Krümmern, zwei größeren Ladern und effizienteren
Ladeluftkühlern sowie einer Edelstahl-Auspuffanlage mit
Metallkatalysatoren auf mehr Leistung getrimmt.
Exklusives
Lichtdesign
Äußerlich verändert Brabus den Maybach nicht nur durch größere
Räder und die Tieferlegung. Das Gesicht der Limousine kann
mit zwei Zusatzscheinwerfern aufgewertet werden, die als
Tagfahrlichter ausgelegt sind und in die Serienfrontschürze
integriert werden. Ein exklusives Lichtdesign gibt es darüber
hinaus für die Seitenpartien und das Heck des Wagens: Über die
Fernbedienung können in die Karosserie integrierte LED-Leuchten
aktiviert werden, die den Boden seitlich und hinter der
Luxuslimousine ausleuchten und bei Dunkelheit helfen sollen, einen
Tritt in eine Pfütze oder ein Loch zu vermeiden. Die Heckpartie ist
außerdem durch zwei flache Endrohre gekennzeichnet
Edles
Interieur
Für den Innenraum bietet der Veredler individuelle,
maßgeschneiderte Ausstattungsvarianten und Multimedia-Technologien
an. Der Besitzer der Luxuslimousine hat die Wahl aus feinsten
Leder- und Alcantara-Materialien in unterschiedlichen Farbtönen und
Designs. Die Lederpolsterung des Bodens ist im Waffeldesign
abgesteppt, die Bodenschoner sind aus Lammfell gefertigt. Darüber
hinaus konzipierten die Entwickler zusätzliche Features für das
serienmäßige Entertainment-System des Maybach. Die in die Rückseite
der Vordersitze integrierten 16:9-Monitore sind im Gegensatz zu den
serienmäßigen 9-Zoll-Bildschirmen auf 15,2 Zoll vergrößert. Ein
6-fach-DVD-Wechsler rundet die Multimediaausstattung für den
Luxusliner ab.
Business-Ausstattung
Auf Knopfdruck kann die Luxuslimousine in ein Business-Mobil
verwandelt werden: Auf den Bildschirmen erscheint dann die
PC-Oberfläche. Dafür kommt ein speziell für den Einsatz im Auto
entwickelter PC zum Einsatz. Via UMTS ist der Computer mit dem
Internet verbunden. Eine komfortable Bedienung wird durch eine
handliche Funktastatur und eine optische Funkmaus sichergestellt.
Über einen USB-2.0-Anschluss, der in die Mittelkonsole integriert
wurde, können externe Geräte wie ein Drucker oder eine
Digitalkamera angeschlossen werden. Um auch außerhalb des Fahrzeugs
online bleiben zu können, bauten die Kommunikationstechniker ein
Notebook in eine elektrisch ausfahrbare Schublade im Kofferraum
ein. Dieser Computer ist via W-LAN mit dem PC-Netzwerk des
Fahrzeugs verbunden.
Weitere Rekorde in Nardo
Die Hochgeschwindigkeitsstrecke im süditalienischen Nardo gilt als
einer der schnellsten Auto-Rundkurse weltweit und ist daher für
Hochgeschwindigkeitstests bei den Herstellern sehr beliebt. Neben
den Rekordfahrten mit dem Brabus Rocket und dem Brabus E V12
Biturbo als schnellste Limousinen der Welt stellte dort auch AC
Schnitzer mit dem G 3.10 auf BMW 3er-Basis einen Weltrekord als
schnellster gasangetriebener PKW auf.
(mn)